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No Entry for Brains

Ein schattiges Plätzchen unter einem Baum auf dem Gras, die Sonne scheint warm auf meine Schultern, ein Schiff fährt auf dem warmen See lautlos vorbei, mein Handy vibriert- schnitt- eiskalte Füsse an warmen Beinen- schnitt- ein Café mit holzvertäfelter Veranda, weissen Sonnenschirmen und einem wackligen Tisch, meine Tasche fällt zu Boden- ich schrecke auf. Die Tasche ist nicht auf meinen Fuss gefallen, sondern ins Nichts. Ich befinde mich nämlich gar nicht in diesem Café sondern in einem Raum mit vielen Tischen und Stühlen und vielen Menschen. Keiner davon hat meine kleinen Ausflüge bemerkt. Ich war allein unterwegs, in meinem Kopf, in den Tiefen meiner Erinnerungen. Ich war für kurze Zeit in einer anderen Welt, in einer schönen, unvergänglichen, die es mir ermöglicht hat der tristen Wirklichkeit zu entfliehen. Jetzt sitze ich wieder in der Schule, und anstatt des warmen Sonnenscheins… fühle ich nichts als kalte Enttäuschung. Warum muss mein Gehirn mich an solche Dinge erinnern? Als...

Die Eiswiesel

Ein weiser Mann hat einmal das Leben beschrieben, und dies in einem (!) Satz. "Das Leben ist wie ein Schneemobil, dass über die Tundra saust, und plötzlich umkippt, sodass du darunter eingeklemmt bist, und in der Nacht kommen die Eiswiesel." Ich habe leider keine Ahnung wer diese Person ist, ich kenne lediglich ihren Namen: Matt Groening. Dabei hätte ich so viele Fragen an diesen Herrn zu stellen! Denn, so depressiv und negativ seine Einstellung zum Leben zu sein scheint, er hat es eigentlich ganz nüchtern zusammengefasst. Das Leben scheint vorbestimmt zu sein, das Schicksal sitzt am Steuer des Schneemobils, und plötzlich ist die Fahrt zu Ende. Dann kommen die Eiswiesel und bereiten auch dem Leben ein Ende, wandeln es in den Tod um. Wir, die kleinen, ohnmächtigen Menschen haben keine Chance, sich dagegen zu wehren, wir können dem Schicksal vielleicht eine Route vorschlagen, aber schlussendlich kommt es nicht darauf an, was wir tun. Wie frustrierend! Was ist denn überhaupt de...

Licht

Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Diese Tatsache lernt man von klein auf, doch was bedeutet sie wirklich? Es bedeutet, dass, so pessimistisch es auch klingen mag, auf jeden Höhepunkt im Leben unweigerlich ein Tiefpunkt folgt. Früher oder Später. Er kann sich ankündigen durch langsames absteigen, manchmal kommt er völlig unvermittelt. Ein Tiefpunkt ist für mich wie ein tiefer, dunkler Brunnenschacht, in den man hineinfällt, oder manchmal auch gestossen wird. In jedem Fall kommt man aber wieder hoch, man sieht den kleinen runden hellen Fleck am Ende des Schachts, und findet die Leiter, die ins Licht zurückführt. Das ist, wie man aus Fehlern lernt, man findet einen Weg zurück, und weiss, wie man in Zukunft nicht wieder in diesen Schacht fällt. Der Wille dazu lässt die Leiter entstehen, lässt sie leuchten wie ein Rettungsanker. Es gibt aber auch andere, dunklere und tiefere Schächte. Wenn man dort hineinfällt, dauert es lange, bis man überhaupt erst auf dem Grund aufschlägt. Erst d...

Flieg!

Sterben müssen alle. Das ist eine unausweichliche Tatsache. Doch leider kann man den Zeitpunkt dafür nicht selber bestimmen. Vorausgesetzt man möchte keinen Selbstmord begehen. Denn der Körper hat einen grösseren Lebenswillen, wenn der Verstand dies nicht hat. Und umgekehrt genauso.  Ist der Körper zu schwach, wird der Lebenswille eisern sein. Wenn man sich jetzt also zu Tode hungern wollte, oder einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen wollte, dann würde das nicht funktionieren. Weil der Körper nicht sterben WILL. Er würde alles daran setzen, am Leben zu bleiben, nicht unterzugehen. Warum sind Körper und Geist so etwas Unterschiedliches, warum sind sie nicht miteinander im Einklang? Warum leben sie überhaupt zusammen, wenn das Zusammenspiel sowieso nicht funktioniert?  Der Geist, die Seele kommt von einem anderen Ort, von einer anderen Welt. sie währt ewig. sie kann also nicht sterben. Wenn man jetzt sterben wollte, dann ist das für die Seele kein Problem, denn für s...

Bon Voyage

Alles fliegt mit Hochgeschwindigkeit an mir vorbei, verschwimmt, wird unscharf. Nichts existiert wirklich, alles scheint nicht greifbar zu sein. Die Gedanken versuchen mitzuhalten, mitzufliegen, doch es ist nicht möglich. Es ist, als ob man in einem Paralelluniversum sitzt, man sieht die echte Welt vorbeizischen, hat aber keine Chance in die echte Welt zurückzukehren. Eingesperrt in eine meterlange Röhre, zusammen mit einer Zufallsnation aus Menschen, welche das gleiche Schicksal teilen. Lösen wir das Rätsel auf: Nein, ich sitze nicht in einem Raumschiff einer ausserirdischen Macht, befinde mich nicht in einem Zeitloch, und stehe auch nicht unter Drogeneinfluss. Ich sitze im Zug. Zugfahren ist eine Sache für sich. Sobald man in einem Zug sitzt, zusammen mit wildfremden Menschen, scheint es, als ob dies eine andere Welt wäre. Alle sind in sich gekehrt, bemüht, ja keinen Kontakt zu knüpfen oder andere zu stören. ja es hat fast etwas meditatives. Meistens jedenfall...

Ohne Worte

Vielleicht brauchte ich eine Brille? War das etwa grade wirklich wahr oder nur Einbildung? Ich streckte meine Hand aus, wollte gerade nach dem Pullover fassen, doch als ich es schon fast geschafft hatte, bemerkte ich, dass die Person eigentlich meilenweit entfernt von mir weg stand. Also natürlich nicht wirklich, nur im übertragenen Sinne, so weit kann ich übrigens nicht sehen. Auch mit Brille nicht. Und nach Pullovern von anderen Leuten grapsche ich normalerweise auch nicht. Aber es fühlte sich so an, als würde die Person, nennen wir sie X, tatsächlich so weit entfernt stehen. Und warum? Weil es auf dieser Welt zwei Sorten von Menschen gibt: Solche, die man leicht erreichen kann, und solche, die unerreichbar sind. Und es auch bleiben, weil man nicht an sie herankommt, oder weil sie schlicht und einfach zu weit weg stehen. Nicht, dass man nicht versuchen würde, an sie heranzukommen. Doch was ist die beste Möglichkeit? Marathontraining betreiben? Eine Brücke zum anderen Ufer ...

Alle verdorben!

Ein Uhr morgens, alle Popcorn und Cookies gegessen, der Film fertig geschaut. Wir (drei Freundinnen auf dem Sofa, alle mit einer Decke in einem unterschiedlichen Grünton auf dem Schoss) sahen uns sehnsüchtig an. Nicht aus den nahe liegenden Gründen, dass wir ins Bett gehen wollten (obwohl wir müde genug wären) oder  dass alle Cookies aufgegessen waren. Nein, wir hatten unsere Topmodelsendung verpasst. Eine hochgradig suchterzeugende und Charakter verderbende Sendung. Verpassen ging da natürlich gar nicht. Doch noch war nicht aller Tage Ende, denn per Zufall entdeckten wir eine Wiederholung, genau in einer Viertelstunde! Bevor wir uns in die Arme fallen und einen Freudentanz veranstalten konnten, rafften wir uns auf und räumten noch ein wenig auf, denn ein solches Glück konnte ja nicht unverdient sein. Ausserdem bestand eine rege Gefahr von gesetzestreuen Nachbaren im engen(!) Reihenhaus. Dass unser Glück aber nicht vollkommen ...